14. April 2010
Es ist schon einige Zeit her, seit ich die Saison beendet habe. Sobald man mit dem täglichen Training Pause macht und nicht mehr dauernd an der Schanze ist, hat man schnell einen gewissen Abstand zur Saison.
Die Olympischen Spiele waren trotz meiner mässigen Resultate bestimmt das Highlight dieses Winters. Die Stimmung war gewaltig, das Wetter in der Mitte der Spiele traumhaft und der Zusammenhalt im Schweizer Team hervorragend. Natürlich war ich beim geschichtsträchtigen Doppelolympiasieg von Simon hautnah dabei, aber auch die Emotionen in ruhigen Minuten miteinander im Zimmer möchte ich nicht missen.
Lieder lief es mir an der Nordlandtournee überhaupt nicht mehr, obwohl ich die Schanzen gerne mag. Ich konnte meine Stärken gar nicht mehr einbringen und sprang als Schatten meiner selbst. Dies hat mich dann dazu bewogen, auf die Skiflug WM zu verzichten, weil man beim Fliegen wirklich in einer guten Form sein muss.
In den letzten 2 Wochen standen vor allem noch Gespräche und Auswertungen an. Auch nach einer schlechten Saison muss man das Gute vom Schlechten trennen können um zu wissen, wo man wieder daran arbeiten muss.
Diese Zeit zu Hause habe ich mit meiner jungen Familie sehr genossen, ganze Tage mit meinem Sohn zu verbringen und zu sehen, wie schnell seine Entwicklung vorwärts geht, wunderbar!
Wir werden Anfangs Mai wieder mit dem Konditionstraining beginnen und Ende Mai geht es wieder auf die Schanze, hauptsächlich hier in Einsiedeln.
22. März 2010
Das Ende der Saison rückt näher, nach den Schweizer Meisterschaften werde ich noch einige FIS-Rennen bestreiten – und dann Pause machen.
Dieser Weltcup-Winter glich bei mir einem grossen Wirbelsturm. Ein 16. und ein 17. Platz im Slalom genügten nicht für die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele. Ich war sehr enttäuscht. In Solchen Momenten stellt man sich viele Fragen, Zweifel werden zum Begleiter. Ich muss jetzt einfach versuchen, dass mich diese schwierigen Momente für die Zukunft stärker machen.
Warum lief es nicht gut in diesem Winter? Das ist nicht einfach zu erklären. Sicher ist nur, dass sich etwas ändern muss. Es waren ja nicht nur die Resultate, die immer schlechter wurden, sondern auch die Stimmung in der Mannschaft. Das Vertrauen zwischen Athletinnen und Trainer war dann nicht mehr da, und so wurde es noch viel schwieriger, Spitzenleistungen zu erbringen.
Während den letzten Wochen habe ich vor allem versucht, die verloren gegangene Freude am Skifahren wiederzufinden. Das Ziel war, FIS-Punkte zu sammeln, um nächstes Jahr nicht allzu viele Startplätze zu verlieren.
Um wieder Freude an meinem Sport zu haben, bin ich ganz einfach wie ein Tourist auf den Pisten herumgekurvt, keine Tore, keine Zeitmessung, kein Stress. Das war ein grosses Vergnügen!
Im Skirennsport versuche ich heute, mich über jeden Fortschritt zu freuen, jedem Tag etwas Positives abzugewinnen. Das hilft mir, die Ereignisse dieses Winters zu relativieren, und schliesslich werde ich mir bewusst, welches Glück ich habe, diesen Beruf ausüben zu können.
Ich freue mich jedoch darauf, sehr bald die Ski im Keller zu verstauen und weit weg an der Sonne die Energie aufzutanken, die ich brauche, um nicht alles aufzugeben!
8. März 2010
Mit viel Zuversicht und auch einiger Neugier bin ich nach Vancouver gereist. Die Olympischen Spiele mit dem ganzen Drumherum, den Erfahrungen und den Kontakten, waren ein sehr positives Erlebnis. Nur die Rennen gingen leider daneben.
Warum? Der Knackpunkt war eigentlich schon der erste Tag auf der Piste. Nach Verschiebungen und Warten und Warten konnten wir endlich eine Besichtigung machen. Zu jenem Zeitpunkt sah die Piste wirklich schlimm aus - und gefährlich. Im anschliessenden Training hatte ich das Gefühl, fast bei jedem Tor zu stürzen. Es hatte viele Schläge in der Piste, die Sicht war schlecht - alles war am Limit. Das bestätigten mir selbst Fahrerinnen wie Lindsey Vonn. Obwohl ich mich bemühte, positiv zu denken, war mir schon ziemlich bald klar: Da werde ich kaum etwas «reissen».
In der Abfahrt lief dann auch nichts, vielleicht abgesehen vom obersten Teil. Auch in der Kombi-Abfahrt ging’s in den ersten Toren nicht schlecht. Bis zur Zwischenzeit war ich Dritte. Dann fuhr ich zu direkt auf ein Tor zu - Aus. Im Super-G kam ich leider auch nicht weit. Bei einem Sprung fuhr ich zu direkt. Dann hat's mich ziemlich weit weggespickt - und schon war ich am Tor vorbei.
Darauf musste ich von den Medien einige Kritik einstecken. Ich hatte den Eindruck, dass bei Olympia alles ein bisschen überzeichnet wird - im Positiven wie im Negativen. Anfänglich habe ich die Berichte via Internet gelesen, später aber damit aufgehört.
Kritik kann manchmal verletzend sein. Ich habe versucht, das zu ignorieren und es nicht persönlich zu nehmen. Aber kalt lässt das in Wahrheit niemanden, wenn negativ über einen geschrieben wird. Doch gehört es nun mal dazu, damit muss man leben können. Skifahren ist zum Glück ein Sport, für den sich die Leute interessieren. Von vielen andern Sportarten wird kaum Notiz genommen, obwohl auch dort Grossartiges geleistet wird.
Wenn das Umfeld stimmt und man von Leuten umgeben ist, die einen mögen und gern haben, ist das auszuhalten. Viele schickten mir tröstende SMS und waren froh, dass ich die Abfahrt gesund überstanden habe. So ist es mir relativ gut gelungen, diese drei Rennen zu verarbeiten.
Jetzt versuche ich die Saison noch zu einem guten Ende zu bringen. Der Anfang war schlecht, dann der Januar gut, Olympia wieder weniger - doch insgesamt bin ich recht zufrieden. Ganz zufrieden ist man ja nie, es sei denn, man gewinne praktisch jedes Rennen. Die beiden Podestplätze in Haus und in Cortina waren auf jeden Fall mehr, als ich zu Saisonbeginn erwartet hätte.
Technisch habe ich ebenfalls Fortschritte gemacht. Eigenartigerweise verlernt man manchmal gewisse Dinge wieder. Es gibt Rennen, in denen man super Ski fährt, handkehrum passt zwei, drei Wochen später gar nichts mehr. Das Schwierige ist, die Technik zu stabilisieren. Dafür braucht es Tausende von Wiederholungen. Deshalb sind wir ja auch den ganzen Sommer auf den Skiern und arbeiten dran. Und werden immer weiter arbeiten.
2. Februar 2010
Der Januar war für mich die bisher schönste Zeit als Skirennfahrerin. Nur die letzten beiden Speedrennen in St. Moritz gingen in die Hosen. Irgendwie beschäftigten mich die Unfälle meiner Kolleginnen im Hinterkopf. Es fehlte nicht viel, und ich wäre ebenfalls «geflogen». Wegen der vielen Schläge auf der Strecke hatte ich Respekt und vielleicht auch etwas Angst. Die Zuversicht auf die Olympischen Spiele habe ich aber nicht verloren.
Im Frühling gehörte ich jener Gruppe an, die mit Cheftrainer Hugues Ansermoz eine Reise nach Vancouver unternehmen durfte, um uns ein bisschen auf Olympia einzustimmen. Vom Gelände konnte ich mir kein richtiges Bild machen, da das Skigebiet nicht präpariert war und weitgehend aus Buckelpisten bestand.
Die Leute, die dort emsig arbeiteten, erzeugten bereits eine Art olympischer Atmosphäre, die auch auf mich übergriff. Da habe ich mir vorgenommen, unbedingt dabei zu sein. Dass ich's geschafft habe, freut mich riesig.
Für die WM in Val d'Isère hätte ich die Qualifikation ja auch geschafft. Aber dorthin durfte ich nicht gehen, da ich trotz einem 6. Platz im Super-G überzählig war. Damals konnte ich noch gut damit leben. Doch wenn ich diesmal die Rennen zu Hause am Fernsehen hätte anschauen müssen, während fast das ganze Team drüben in Kanada gewesen wäre, hätte mir das brutal zugesetzt.
An den letzten Rennen in St. Moritz war ziemlich viel los. Mein Fanclub war vor Ort. Und auch viele andere Schwyzer oder bekannte Gesichter waren da, um uns Schweizerinnen anzufeuern. Ich hätte überall sein müssen, zumal in unserer Heimat auch sehr viele Medien anwesend waren. Ich versuche, das alles auf natürliche Art zu erledigen und so zu bleiben, wie ich bin. Allmählich muss ich lernen, auch mal nein zu sagen. Sonst kommt die Erholung und das Konditionstraining zu kurz.
Nun geht's schon bald ans Kofferpacken für Vancouver. Wir erhalten ja viele neue Kleider für die Olympischen Spiele, auf die ich mich freue. Persönliche Dinge packe ich nicht viele ein. Ich bin nicht eine, die noch zehn Plüschtierchen in den Taschen verstaut. Ich nehme meistens nur das Nötigste mit. Obwohl an Olympischen Spielen nur die Medaillen zählen, wäre für mich schon ein Diplom sehr viel wert.
7. Januar 2010
In den nächsten drei Wochen finden sieben Speed-Wettbewerbe statt. Somit führen sieben Wege nach Vancouver - ich versuche einfach, in jedem Rennen alles zu geben. Nach den guten Leistungen meiner Kolleginnen in Val d'Isère ist es für mich nicht einfacher geworden. Fünf Olympia-Plätze sind besetzt. Jenes Mannschaftsresultat hat auch mich gefreut, vor allem für Fränzi und Stygi, obwohl ich nach meinem 30. Platz die Freude vielleicht nicht so zeigen konnte.
Als wir im Januar am ersten Rennort in Haus im Ennstal eintrafen, habe ich ein WM-Schild entdeckt. Ich wusste gar nicht, dass da mal Weltmeisterschaften stattfanden und 2013 wieder stattfinden werden. Bei der letzten WM in Schladming/Haus 1983 war ich noch gar nicht auf der Welt. Dass Erika Hess dort dreifache Weltmeisterin geworden ist, hatte ich nicht präsent. Ich bin eine, die sich extrem auf das Ist und Jetzt ausrichtet.
Meine ganze Konzentration gilt dem jeweiligen Rennen. Abfahrten und Super-Gs sind oft Mutproben, für mich eigentlich immer. Manchmal habe ich sogar ein bisschen Angst am Start - vor allem beim ersten Training. Ich getraue mich nicht, sofort ans Limit zu gehen. Richtig locker startete ich noch nie, obwohl mir die Trainer immer gut zureden. Ich frage mich manchmal: Warum bin ich überhaupt Abfahrerin geworden? Doch war ich in dieser Disziplin immer am schnellsten.
Bei den Abfahrerinnen geht man davon aus, dass sie furchtlos sind. In Wahrheit haben die meisten Respekt. Stürze passieren ja fast jeden Tag, in Val d'Isère waren's in jedem Training drei - da beginnt man schon zu überlegen. Einen Sturz wie jenen von Daniel Albrecht würde ich mir auf jeden Fall nie ein zweites Mal anschauen. Ich selber habe wegen Verletzungen schon zwei Saisons verloren. Aber beide Stürze waren nicht so heftig, dass ich deswegen ein Trauma haben müsste.
Über die Feiertage habe ich beim Hausumbau unserer Familie in Schwyz etwas Ablenkung gefunden. Laminate verlegen, Böden und Wände abschleifen und im obersten Stock meine eigene Wohnung einrichten - das hat mich auf andere Gedanken gebracht. Zwischendurch tut es gut, vom Rennsport etwas Abstand zu kriegen.
22. Dezember 2009
Ja, das waren intensive zwei Wochen seit dem 6. Dezember!
Ich war in Lillehammer beim Weltcup, bereit für das zweite Springen am Sonntag, als um 05.20 Uhr das Handy läutete und meine Frau mich aus dem Spital in der Schweiz anrief.
Zum Glück klappte die Heimreise wie am Schnürchen, und so konnte ich bei der Geburt unseres Sohnes Oliver dabei sein!
Die Tage danach verbrachte ich hauptsächlich im Spital und im Training, zu Hause war ich nur zum Schlafen, und es war schon am ersten Tag ein komisches Gefühl, meine kleine Familie zu verlassen. Aber daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen.
Nachdem wir die Schanze in Einsiedeln nochmals freigeschaufelt hatten, konnten wir bei perfekten Bedingungen trainieren. Weil das geplante Springen in Tschechien abgesagt wurde, kam ich zu einem unverhofften freien Wochenende mit meiner Familie, die nun bereits nach Hause kommen durfte.
Die Woche vor Engelberg war gespickt mit Konditionstrainings und Medienterminen.
Ich fühlte mich in guter Form und war top motiviert. Der erste Wettkampf lief ganz gut, leider wurde mein erster Sprung nicht gezählt, und so hatte ich noch einen Sprung mehr zu absolvieren. Rang 14 am Ende war die Ausbeute, es wäre aber sicher mehr dringelegen.
Natürlich wollte ich am Samstag die zweite Chance nutzen. Die Stimmung war noch besser an der Schanze mit den vielen Zuschauern. Zudem hatte am Tag zuvor ja Simon Ammann gewonnen. Doch diesmal war ich zum falschen Zeitpunkt an der Reihe. Unter diesen Bedingungen hatte ich keine Chance, ins Fliegen zu kommen, und so musste ich im Finaldurchgang zuschauen. Das war eine harte Nuss!
Am Sonntag kam ich dann mit voll geladenen Batterien von zu Hause wieder an den Start, und bereits der Qualifikationssprung gelang mir gut. 133 Meter machen deutlich mehr Spass als 112! Der Wettkampf war wiederum von wechselnden Bedingungen geprägt, mein Sprung auf 123 Meter war zu diesem Zeitpunkt viel wert, doch dann kam wieder das berühmte Lüftchen von vorne, und zusammen mit einem perfekten Sprung lag für Simon sogar der Schanzenrekord drin.
Mein zweiter Sprung war noch besser, ich hätte mich wohl noch um einige Plätze verbessert, aber leider wurde abgebrochen und ich blieb auf dem 14. Platz stehen.
Das Gefühl des Finalsprunges nehme ich aber auf jeden Fall mit an die Tournee. Dazwischen werde ich erst mal versuchen, mich zu erholen, die Familie zu geniessen und mich körperlich top fit für die Tournee zu machen.
Wie sagt man so schön: Die Saison beginnt eigentlich erst so richtig an der Vierschanzentournee...
16. Dezember 2009
Im ersten Slalom in Levi ausgeschieden, im ersten Riesenlalom in Aspen ausgeschieden. Was bleibt ist ein 17. Platz im Slalom von Aspen.
Ich bin etwas frustriert, dass meine skifahrerischen Leistungen während der Rennen noch nicht meinem Können entsprechen. Ich weiss, dass ich viel besser Skifahren kann. Jetzt geht es in erster Linie darum, mein Selbstvertrauen in den Trainings wiederzufinden, positiv zu denken und an mich zu glauben, ohne die Latte zu hoch zu setzen.
Wichtig ist, dass ich mir so schnell wie möglich mit einem oder zwei guten Resultaten die Qualifikation für Olympia holen kann. Ich werde natürlich auch auf Vancouver angesprochen. Aber dazu sage ich erst etwas, wenn ich diese Quali im Sack habe.
Für die freudigen Momente in der bisherigen Saison haben natürlich die Schweizer Männer gesorgt. Ich bin richtig stolz, dass wir bei Swiss Ski so erfolgreiche Athleten haben. Das sollte durch für uns Frauen wie eine Vitaminspritze wirken!
Eher betrübt haben mich die vielen Ausfälle und Verletzungen von Athletinnen und Athleten. Auf jeden Fall wünsche ich Sandra Gini nach ihrem Kreuzbandriss in Aspen alles Gute und schnelle Genesung.
«We just need to stay positive!» Also immer positiv bleiben. Das ist mein neuer Slogan, denn viel zu oft werden bei mir kleine Hindernisse zu grossen Problemen! Daran muss ich arbeiten.
Jetzt folgen die Festtage, die ich daheim verbringe, bis wir schon kurz nach Weihnachten wieder weiterreisen nach Lienz in Österreich, wo am 28. und 29. Dezember ein Riesenslalom und ein Slalom gefahren werden. Während der Tage daheim kann ich meine Fähigkeiten als Hausfrau ausspielen. Ich koche gerne, ich putze und wasche. Einzig das Bügeln liegt mir gar nicht. Damit ich nicht mit zerknitterten Kleidern herumlaufen muss, sorgt meine Mama - vielen Dank!
Multikulti: Eine Selbstverständlichkeit, wenn man so durch die Welt reist.
Hoffnung: Ohne Hoffnung kann man nicht leben.
Familie: Das wichtigste im Leben.
Kinder: Unbedingt einmal.
Vorbilder: Keine, probiere das Beste aus mir zu machen!
Lachen: Ohne Lachen geht gar nichts.
Sex: Wichtig und schön.
Kleiderstil: Muss schick und gleichzeitig sportlich sein, ist sehr wichtig. Ich liebe High Heels.
Parfüm: The Beat, Burberry.
Was Männer attraktiv macht: Sie haben, was wir Frauen nicht haben!
Liebe: Wichtig und schön.
Romantik: Nicht immer einfach.
Heiraten: Wird einmal ein Thema sein.
In zehn Jahren: Kinder, ein Haus und natürlich einen Mann! Dazu einen coolen Job!
1. Dezember 2009
Schon seit mehr als zehn Tagen weilen wir Speedfahrerinnen jetzt schon in Kanada. In Nakiska in der Nähe von Calgary konnte wir uns mit intensivem Training auf den Winter vorbereiten. Sofern es nicht gerade stürmte. Das Wetter wechselt hier sehr rasch.
Auf dem Flug nach Übersee habe ich übrigens 300 Seiten im Buch Twilight gelesen. Bei solcher Lektüre vertiefe ich mich richtig in den Inhalt, ich fühle mit. Und so war ich froh, als ich die letzten Seiten hinter mir und die Realität wieder vor mir hatte.
Das Zimmer teile ich übrigens mit Möne, das ist Monika Dumermuth. Das hat ganz gut gepasst, auch wegen des Jetlags. Denn wir beide sind keine Langschläferinnen, und so musste ich mich morgens um 5 oder 6 Uhr nicht schlafend stellen...
Mittlerweile sind wir von Nakiska weitergezogen nach Sun Peaks, wo die Schweizerinnen ja jedes Jahr Gastrecht haben in diesem von den Österreichern im Hinblick auf die Olympiavorbereitung im Februar exklusiv gemieteten Gelände.
Nach einem skifreien Tag, den ich mit Shoppen, Velofahren, Rumpftraining und Baden verbrachte, ging es zum ersten mal in Kanada auf die Abfahrtskis.
Für mich ist es sehr spannend hier, da ich zum ersten Mal von Beginn an im Weltcup starten kann und somit auch die ganze Übersee- vorbereitung miterleben darf.
Die Stimmung in unserem Team ist super, und wir geniessen alle die
Ruhe vor dem Sturm. Es wird viel gelacht im Team, und da wir uns gegenseitig doch sehr gut kennen, sind wir auch ziemlich direkt im Kontakt. Wer also austeilt, muss auch gut einstecken können!
Gute Stimmung hin, viel Lachen her, jetzt werde ich langsam ungeduldig. Ich möchte endlich einen Ernstkampf. Deshalb freue ich mich auf die beiden Abfahrten und den Super-G in Lake Louise. Wo ich mit meiner Form stehe, ist schwer zu sagen. Um die Höchstleistung zu bringen brauche ich einen echten Gradmesser – also ein Rennen! Lassen wir uns überraschen und hoffen, dass ich bei meinen ersten Einsätzen für meinen neuen Sponsor Emmentaler gleich eine gute Figur abgeben kann.
10. November 2009
"Anreisen, fliegen - und siegen...?"
Die letzten Sprünge auf der Mattenschanze in Einsiedeln haben wir Ende Oktober absolviert. Den ganzen Sommer über kamen rund 450 Sprünge zusammen. Danach hatte ich die Chance, am Super-10-Kampf teilzunehmen, ein super Erlebnis! Den ganzen Tag hatten wir bereits geübt und so lernte man sich unter Sportlern natürlich richtig gut kennen. Am Abend war die Atmosphäre gewaltig, das Stadion brodelte und wir haben mit unserem Team Blau sogar gewonnen. Letzte Woche hatten wir reduziertes Training, wir befinden uns in der spezifischen Konditionsphase, in der es gilt, die Beine maximal in Form zu bringen und wirklich schnell zu werden, um explosiv vom Schanzentisch weg springen zu können. Jetzt beginnt unsere Wintervorbereitung. Trotzdem hoffen wir, dass es noch nicht zu stark schneit, denn sonst können wir hier in Einsiedeln nicht mehr auf der Mattenschanze springen. Irgendwie paradox.
Unsere Strategie ist so wie die letzten beiden Jahre: möglichst lange zu Haue vorbereiten, dann zum Wettkampf fliegen uns loslegen. Wir werden also erst einen Tag vor der Qualifikation nach Kuusamo fliegen, wo am 28. November der Weltcup beginnt.
Bis dahin gibt es noch einiges zu tun im Materialbereich, den letzte Schliff im Kondibereich holen und dann natürlich die Abstimmung auf der Schanze. Es wird bis zum Start bestimmt nicht langweilig, und so langsam nimmt auch das Kribbeln zu…..“
28. Oktober 2009
Die neue Saison hat begonnen, und ich habe die grosse Ehre, als Erste einen Emmentaler-Blog schreiben zu dürfen. Skisprung-Weltmeister Andreas Küttel, Teamkollegin Nadja Kamer und ich wechseln uns in diesem Winter als Mitglieder des Emmentaler-Teams mit hoffentlich interessanten Beiträgen ab.
Etwas wehmütig habe ich von zu Hause aus das erste Rennen dieses Weltcupwinters mitverfolgt. Nur allzu gerne wäre ich in Sölden natürlich auch mit dabei gewesen. Herzliche Gratulation an dieser Stelle an meine Teamkollegin „Suti“ sowie natürlich an Didier und Carlo für ihre super Leistungen auf dem Söldener Gletscher. Ich bin richtig stolz auf euch! Dass die Trainings auf den Gletschern nun abgeschlossen sind, stimmt mich zufrieden. Ich geniesse jetzt die Tage zu Hause. Ich konzentriere mich in dieser Phase auf Krafttraining, tanke Energiereserven und freue mich auf die Hausmannskost. Der Winter mit den Buffets in den Hotels wird noch lange sein…
Nächste Woche geht’s dann wieder auf die Ski. Wir können auf der Diavolezza im Engadin trainieren, wo eine Kunstschneepiste präpariert wurde. Anschliessend fliegen wir nach Levi in Finnland, wo ich dann am 14. November auch endlich in den Wettkampfwinter starten darf!
Ich freue mich jetzt schon, mit meinem neuen Emmentaler-Helm durch die Welt zu reisen und hoffe, ihn oft im Zielraum zeigen zu können; so kann ich den Beweis erbringen, dass die Schweiz nicht nur ausgezeichneten Käse, sondern auch ausgezeichnete Slalomfahrerinnen hat!













